Auf vielen Seiten gibt es kostenfreie Produkte zum Kennenlernen, Testen und für erste Erkenntnisse.Für deinen Weg zur positiven MPU
← Zurück zur Startseite
Drogen & Cannabis

Meine MPU hat mit Drogen oder Cannabis zu tun

Hier findest du alles für deinen Anlass: verständliche Informationen und Materialien, mit denen du deinen Konsum, die persönlichen Hintergründe und deine Veränderungen Schritt für Schritt aufarbeitest.

Kostenfreie Produkte auf dieser Seite: Abstinenzcheck Drogen & Cannabis
MPU wegen Drogen oder Cannabis – was du wissen solltest

Worauf achtet der Gutachter oder die Gutachterin in der MPU wegen Drogen oder Cannabis?

Cannabis wird rechtlich nicht mehr als Droge gewertet – in der MPU wird es aber weiterhin unter diesem Bereich geführt. Es geht in der MPU darum, ob und inwieweit du noch die Kontrolle über den vergangenen Konsum hattest. Je mehr und je länger du konsumiert hast, desto weniger Kontrolle hattest du über den Konsum – und dann ist eine Abstinenz die einzige Lösung. In 99 % der Fälle erwartet der Gutachter oder die Gutachterin, dass ehemalige Drogenkonsumenten abstinent bleiben.

Wichtig ist, dass du dich angemessen in eine Konsumkategorie einordnest und deinen Konsum realistisch und nachvollziehbar schilderst, ohne ihn zu verharmlosen.

Warum werden viele Gutachten negativ?

Die häufigsten Gründe: Klienten erzählen nicht die Wahrheit über den Konsum – weil sie nicht über viele Monate die Abstinenz nachweisen möchten und deshalb eine harmlose Variante erzählen, oder weil sie sich den Konsum mit seinen Auswirkungen nicht eingestehen. Sie übernehmen nicht die Verantwortung für den Konsum: In den Gutachten liest man dann „es war Gruppenzwang, ich wollte gar nicht, ich hatte die falschen Freunde“. Oder es gibt keine oder zu geringe Veränderungen im Leben.

Für eine positive MPU ist es wichtig, dass du ehrlich und selbstkritisch deinen vergangenen Konsum einschätzt und berichtest. Jeder hat ein persönliches Motiv für den regelmäßigen Konsum – und es ist wichtig, dieses Motiv herauszufinden.

Warum merke ich nicht, dass ich verharmlose?

Verharmlosungen klingen zum Beispiel so: „Es war nur Cannabis.“ „Ich hätte jederzeit aufhören können.“ „Ich habe nur wegen Gruppendruck geraucht.“ „Ich hatte Mischkonsum und konnte das immer gut abschätzen.“ Solche Sätze zeigen dem Gutachter oder der Gutachterin, dass du deinen Konsum noch nicht realistisch einschätzt.

Wäg einmal ehrlich ab, ob du solche Sätze genutzt hast – und ob dir noch weitere einfallen. Genau da beginnt die Aufarbeitung.

Susanne Laumeyer

Diese Zeit ist nur eine Episode in deinem Leben.

Du kannst richtig viel über dich aus dieser Episode deines Lebens lernen. Blicke kritisch auf deinen vergangenen Konsum, aber verurteile dich nicht – du hast alles mit positiver Absicht gemacht.

– Susanne

Fragen zu Konsum und Abstinenz

Muss ich nach einer Drogenfahrt zur MPU?

Bei harten Drogen wie Kokain, Amphetaminen oder Opioiden wird eine MPU auf dich zukommen – hier reicht bereits der einmalige Konsum, wenn du unter Drogeneinfluss gefahren bist. Bei Cannabis kommt es auf die Umstände an: auf die Häufigkeit des Konsums und darauf, ob du im Straßenverkehr aufgefallen bist.

Ich bin nie direkt nach dem Konsum gefahren – warum muss ich trotzdem eine MPU machen?

Je nachdem, was und in welchen Mengen und Häufigkeiten du konsumiert hast, musst du unterschiedlich lange warten, bis du wieder fahren darfst – oft deutlich länger, als es sich für dich nüchtern angefühlt hat. Bei einem regelmäßigen Konsum mehrmals in der Woche solltest du gar nicht mehr am Straßenverkehr teilnehmen.

Zur Einordnung, wie lange Cannabis nachweisbar ist: Im Blut sind THC und seine Abbauprodukte 6–12 Stunden nachweisbar, bei Dauerkonsum 2–3 Wochen oder länger. Im Urin sind es bei mehrmals wöchentlichem Konsum 5–14 Tage, bei Dauerkonsum 2–6 Wochen – und bei exzessivem Konsum kann es bis zu 3 Monate dauern. Kokain ist im Blut bis 12 Stunden nachweisbar, sein Abbauprodukt bis 48 Stunden; im Urin ca. 12 Stunden, das Abbauprodukt bei hohem Konsum bis zu 9 Tage. Amphetamine sind im Blut 12–16 Stunden nachweisbar, im Urin 2–9 Tage. Das erklärt übrigens auch, warum ein Urinteststreifen aus der Apotheke bei regelmäßigem Konsum noch wochenlang anschlagen kann.

Ich habe Cannabis konsumiert – was gilt seit der Legalisierung?

Cannabis ist legal – trotzdem kannst du zur MPU müssen. Im Straßenverkehr gilt seit August 2024 der Grenzwert von 3,5 ng/ml THC im Blutserum. Eine MPU wird zum Beispiel angeordnet bei mehrmaligen Fahrten unter Cannabiseinfluss oder wenn weitere Tatsachen Zweifel an der Fahreignung begründen. Eine Abstinenz wird erwartet, wenn es mehrere Fahrten unter Cannabiseinfluss gab oder der festgestellte Wert zu hoch war. In der MPU wird Cannabis weiterhin im Bereich Drogen geführt – mit eigenen Regeln für die Einordnung deines Konsums.

Tipp für dich

Auch wenn du in der Vergangenheit nur Cannabis konsumiert hast, musst du meistens ein polytoxikologisches Screening machen – einen Test, der mehrere Substanzgruppen gleichzeitig prüft. Nur Nachweise über eine Cannabisabstinenz führen dann zu einer negativen MPU.

Wie lange muss ich bei Drogen abstinent sein?

Die Grundregel der aktuellen Beurteilungskriterien lautet: 15 Monate nachgewiesene Abstinenz. Nach einer Entwöhnungsbehandlung mit abgeschlossener Therapie sind es 12 Monate, bei besonders günstig gelagerten Umständen mindestens 6 Monate. Bei einer weniger schweren Drogenproblematik sind mindestens 6 Monate möglich – in der Praxis fordern die Begutachtungsstellen aber häufig 15 Monate.

Verlass dich nicht auf die kürzeste Variante: Plane sicherheitshalber mit dem längeren Zeitraum und kläre Verkürzungen in einer Beratung.

Wie weise ich die Drogenabstinenz nach?

Es gibt zwei Wege: ein Urin-Kontrollprogramm mit Vertrag bei einer Begutachtungsstelle oder einem zertifizierten Labor (für 12 Monate sind es etwa 6–7 Kontrollen) oder Haaranalysen. Bei Haaren kannst du mit 6 cm bis zu 6 Monate nachweisen – kürzere Zeiträume gehen auch mit weniger Zentimetern; für 12 Monate brauchst du zwei Analysen im halbjährlichen Abstand. Die erste Haarprobe ist entweder nach 12 Monaten Abstinenz möglich – oder du startest mit einem kürzeren Zeitraum: Eine Analyse über 3 Monate geht eventuell schon früher. Dreadlocks, Dauerwelle oder Glättung schließen die Haaranalyse aus; bei gefärbten oder gebleichten Haaren geht es bedingt, wenn du 2–3 bleistiftdicke Strähnen unbehandelt lässt. Zertifizierte Labore sind vor allem bei Haaranalysen preiswerter als Begutachtungsstellen.

Untersucht wird meistens mit einem polytoxikologischen Screening: Deine Probe wird dabei nicht nur auf eine Substanz geprüft, sondern gleichzeitig auf mehrere Substanzgruppen – auf Kokain, Amphetamine, Ecstasy und Cannabis. So wird ausgeschlossen, dass eine Substanz durch eine andere ersetzt wurde.

Wichtig für das Urinprogramm: Der Nachweiszeitraum beginnt mit dem Vertragsabschluss plus zwei Wochen Widerrufsfrist – nicht mit dem letzten Konsum.

Tipp für dich

Prüfe vor der Anmeldung zum Urinprogramm mit Teststreifen aus der Apotheke, ob du schon negativ bist – ein positiver Befund im laufenden Vertrag bricht das Programm ab.

Brauche ich zusätzlich eine Abstinenz für Alkohol?

Eine zusätzliche Alkoholabstinenz brauchst du, wenn einer dieser Auslöser vorliegt: unkontrollierter Alkoholkonsum, Phasen vermehrten Alkoholkonsums, Mischkonsum (Alkohol und Drogen zusammen, um die Wirkung zu verstärken oder zu verändern), eine Suchtverlagerung hin zu Alkohol oder aktenkundige Trunkenheitsfahrten. Dann sind es in der Regel mindestens 6 Monate Alkoholabstinenz – nachweisbar über Haaranalyse (EtG), Urinkontrollen oder PEth-Blutanalysen. Bei einer Opiatabhängigkeit brauchst du ebenfalls eine zusätzliche Alkoholabstinenz von mehreren Monaten – das ist ein eigener Bereich und wird gesondert abgeklärt.

Ohne solche Auslöser wird erwartet, dass du auf Alkohol verzichtest – nachweisen musst du es dann aber nicht.

Kostenfreier Kurzcheck für dich: Welche Art von Abstinenz solltest du nachweisen?

Beantworte ein paar Fragen zu deinem Konsum und du bekommst eine erste Einschätzung: Reicht ein Nachweis auf Cannabis allein oder wird auf alle Substanzen geprüft – und was bedeutet das für dich? Kostenlos, ohne Anmeldung, ohne Speicherung.

Zum kostenlosen Kurzcheck
Arbeitshefte für Drogen & Cannabis

Dieser Abschnitt wird gerade aufgebaut.

Passende Angebote

Dieser Abschnitt wird gerade aufgebaut.